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Grabmal Bündgens
Flur 28, 79

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren, wie schon in der Epoche der Neorenaissance, „kirchliche Formen“ nicht mehr in Mode. Zeitgleich wünschte man, so das Budget vorhanden war, repräsentative Erinnerungsstätten für die verstorbenen Angehörigen. Der Wohlstand drückt sich nicht nur in mehrstelligen Anlagen in der Verwendung von kostbaren, polierten Steinen sondern auch in dem bildhauerischen Schmuck aus.

Durch neu entwickelte Verfahren, die Galvanotechnik, konnte man auch überlebensgroße Figuren in größerer Auflage herstellen. Trauernde Frauen, Engel, aber auch Heilige waren die beliebtesten Motive, die, variierend in der Größe, an ganz unterschiedlichen Orten auftauchen konnten.

Auf einem hohen Sockel mit geböschten Kanten und vorgesetzter Inschriftentafel erhebt sich eine Christusfigur. Da Christus nicht als Gekreuzigter, sondern mit dem Kreuz in der Hand dargestellt wird, bedeutet, dass er den Tod durch die Auferstehung überwunden hat. Mit seiner hoch erhobenen Rechten scheint er im Begriff zu sein, die Vorbeigehenden zu segnen.

Als Sohn eines Fabrikmeisters wurde der 1848 geborene Josef Bündgens im Pontviertel geboren. Nach den Berufsbezeichnungen im Adressbuch wird er wohl bei seinem Vater in die Lehre gegangen sein. Später baute er die Werkstatt immer weiter aus und spezialisierte sich auf den Bau von Maschinen, die in der Nadelproduktion benötigt wurden. Als immer mehr Platz benötigt wurde, verlegte man das Unternehmen von der Lothringer Straße an die Vaalser Straße und schließlich nach Kornelimünster.

Die Plastik wurde bei WMF in Geislingen/Steige hergestellt. Zufällig wurde bei einem Besuch auf dem Friedhof in Bautzen eine ähnliche Skulptur gefunden. Sie ist am Sockel mit Piedboeuf signiert, ein Hinweis, das den Entwurf der Aachener Bildhauer gefertigt hatte. In Aachen fehlt allerdings die Signatur.

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Förderkreis Ostfriedhof e.V., Wolfgang Berg, Wilmersdorfer Straße 53, 52068 Aachen