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Grabmal Berger
Flur 21, 18

Unmittelbar im Zusammenhang mit dem Bau der Friedhofskapelle auf dem Ostfriedhof durch den Stadtbaumeister Joseph Laurent 1901/03 entstand eine repräsentative Grabanlage für Ernest Berger. Vor die nicht weiter gegliederte Fassade setzte der Baumeister eine Art Grabhaus, dessen Formen eindeutig den im Mittelalter gebräuchlichen Vorhallen der Kirchen abgeleitet werden können. Vier gedrungene Säulen, deren vordere anstelle von Basen von Löwen getragen werden und deren hintere als Dreiviertelsäulen an die Rückwand geschoben  sind, tragen ein Kreuzrippengewölbe. Es wird von einem mäßig steilen Satteldach überdeckt, das wiederum knapp unterhalb des die Kapelle umlaufenden Spitzbogenfries endet.

Wegen der verschiedenen Breite von Front und Seiten haben die Rundbögen unterschiedliche Scheitelhöhen. An ihren Fußpunkten werden sie von geschmiedeten Stangen zusammengehalten.

Während Details wie Löwen und Wulst noch am ehesten der romanischen Periode zugeordnet werden können, sind die Kapitelle freie künstlerische Schöpfungen, deren Pflanzenornamentik Züge des Jugendstils tragen.

Die Vorhalle nimmt nur einen Teil der eigentlichen Grabstätte ein. Es handelt sich um eine Gruft, deren Zugang mit einer leicht gewölbten Kupferabdeckung geschlossen wird. Seitlich davon befinden sich schmale Flächen, die je nach Jahreszeit wechselnd bepflanzt werden. Ein niedriges, reich verziertes Gitter bildet die Einfassung.

Die Rückwand der kleinen Vorhalle zeigt in einer Rundbogennische das Relief des aus dem Grab auferstehenden Christus. Die Wächter, gekleidet wie römische Soldaten, sind in Schlaf gesunken. Ihre Gesichter erinnern deutlich an Portraits aus der zeit um 1900.

Die interessante Familiengeschichte lässt sich bis in das heutige Belgien verfolgen. Nachdem einer der Vorfahren eine Aachenerin geheiratet hatte, beantragte deren Sohn, ein Goldschmied, das Aachener Bürgerrecht. Die beiden jüngsten Sprösslinge der Familie, Ernest Viktor Hubert und Philipp wurden 1830 beziehungsweise 1837 geboren. Beide waren nicht verheiratet.

Ernest Viktor, für den die Grabanlage angelegt wurde, war überaus vermögend und lebte zuletzt Berlin. Seiner Geburtsstadt vermachte er eine Summe von über einer halben Million Goldmark. Das Vermögen sollte so angelegt werden, dass von den Zinsen der Unterricht und die Betreuung von katholischen Waisen finanziert werden konnte. Das Berger´sche Kinderheim befand sich lange Zeit in einem Anbau des Josefinums in der Goethestraße.

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Förderkreis Ostfriedhof e.V., Wolfgang Berg, Wilmersdorfer Straße 53, 52068 Aachen